Außerbörslicher
Handel: Der Handel über den Emittenten
Beim außerbörslichen Handel wird der Auftrag direkt mit
dem Emittenten - meist unter Zwischenschaltung eines Brokers, der
diese Möglichkeit anbietet - abgewickelt. Der konkrete Ablauf
gestaltet sich dabei denkbar einfach.
Sie melden sich
bei Ihrem Broker bzw. Ihrer Bank an - per Telefon oder im Internet
- und geben nach erfolgreicher Legitimation die Wertpapierkennnummer
sowie die gewünschte Stückzahl des Optionsscheines an.
Da der Broker direkt mit dem Emittenten verbunden ist, erfahren
Sie unmittelbar den aktuellen Kurs des Emittenten. Bei einem Kaufauftrag
erhalten Sie den so genannten Briefkurs (Ask). Wollen Sie Optionsscheine
verkaufen, stellt der Emittent seinen aktuellen Geldkurs (Bid).
Nach Stellung des Kurses haben Sie einige Sekunden Zeit, den Kurs
anzunehmen und damit den Auftrag direkt abzuwickeln oder nicht,
falls Ihnen der Kurs zu hoch bzw. zu gering ist. Wird der vom Emittenten
gestellte Kurs akzeptiert, so wird der Auftrag unmittelbar zu genau
diesen Konditionen abgewickelt und Sie erhalten von Ihrem Broker
eine entsprechende Auftragsbestätigung.
Diese Möglichkeit
der Orderabwicklung zeichnet sich also durch eine enorme Schnelligkeit
aus, da Scheine innerhalb von Sekunden gekauft und auch verkauft
werden können. Günstig ist auch, dass der Kurs, zu dem
der Auftrag ausgeführt werden kann, zuvor feststeht. Es entfällt
damit die Notwendigkeit, Ihre Order zu limitieren. Ein weiterer
Vorteil ist die gegenüber börsenüblichen Handelszeiten
erweiterte Handelszeit, die teilweise einen Handel bis 23 Uhr und
auch an Samstagen gewährleistet.
Ein wesentlicher
Nachteil des außerbörslichen Handels ist jedoch, dass
die vom Emittenten gestellten Geld- und Briefkurse nicht gleich
sind. Statt dessen erhalten Sie, wenn Sie einen Optionschein verkaufen
möchten, immer einen niedrigeren Kurs als wenn Sie einen Schein
kaufen möchten. Diese Spanne zwischen dem Kauf- und dem Verkaufskurs
wird auch als Geld/Brief-Spanne bzw. Spread bezeichnet. Um beim
außerbörslichen Handel mit Optionsscheinen keinen Verlust
zu machen, muss der Kurs Ihres Optionsscheins daher mindestens in
Höhe des Spreads steigen. Beim Handel über die Börse
kommt dagegen in der Regel ein Kurs zustande, der innerhalb des
Spreads liegt. Dies ist sowohl für den Käufer (höherer
Verkaufspreis als der Bid-Preis des Emittenten) als auch für
den Verkäufer (niedrigerer Kaufpreis als der Ask-Preis) attraktiver.
Sie sehen: Sowohl
der Handel über die Börse als auch der außerbörsliche
Handel bietet spezielle Vor- und Nachteile. Welche Alternative für
Sie geeigneter ist, hängt von Ihren persönlichen Präferenzen
bei der Orderabwicklung ab.