Optionsschein-Einsteiger-Seminar
Aktuelles Thema: So finde ich den günstigsten Warrant?

Spread: Die Geld/Brief-Spanne

Wir kommen nun zum letzten Kriterium bei der Auswahl eines Optionsscheins, nämlich dem Spread. Nachdem Sie den Schein gefunden haben, der entsprechend Ihrer Risikoeinstellung das beste Verhältnis von Aufgeld und Hebel hat, sollten Sie abschließend noch prüfen, ob der Spread, d.h. die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs des Optionsscheins, angemessen ist.

Wir haben schon im Kapitel über den Fairen Wert besprochen, dass sich die Emittenten von Optionsscheinen verpflichten, ständig An- und Verkaufskurse für die Optionsscheine zu stellen. Der Ankaufkurs wird auch als Geldkurs oder als Bid-price und der Verkaufskurs auch als Briefkurs oder als Ask-price bezeichnet. Im Allgemeinen ist der Geldkurs geringer als der Briefkurs. Diese Geld/Brief-Spanne ist der Spread oder genauer gesagt der absolute Spread. Der Spread kann von Emittent zu Emittent unterschiedlich hoch sein.

Für Sie als Käufer von Optionsscheinen ist es wichtig, dass der Spread nicht zu groß ist, weil dieser Ihren Gewinn schmälert bzw. Ihren Verlust erhöht. Der absolute Spread ist allerdings als Vergleichsmaßstab nur eingeschränkt aussagefähig: So ist bei einem Optionsscheinpreis von mehreren Euro ein Spread von 2 Cent nicht weiter tragisch. Bei einem Optionsscheinkurs von z.B. 5 Cent bedeutet ein Spread von 2 Cent hingegen, dass der Schein um mindestens 40 % steigen muss, damit Sie ihn ohne Verlust wieder an den Emittenten verkaufen können.

Aussagekräftiger als der absolute Spread ist daher der in Prozent des Briefkurses angegebene relative Spread. An ihm können Sie direkt ablesen, wie viel Prozent der Optionsschein mindestens steigen muss, damit Sie den Schein verlustfrei verkaufen können. Oder, anders ausgedrückt, zeigt Ihnen der relative Spread, um wie viel Prozent der Spread Ihre Rendite verkleinert bzw. Ihren Verlust vergrößert.


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