Grundbegriffe:
Was zeichnet einen Optionsschein aus?
Werfen wir zur
Erläuterung der Grundbegriffe einfach zunächst einen gemeinsam
Blick in den Optionsschein-Teil einer Börsenzeitung.

Quelle:
Handelsblatt |
Die
meisten dieser Kennzahlen werden Sie auch Im Rahmen unserer Optionsschein-Analysen
im "Muster-Aktien" Börsenbrief für die jeweilige
OS- Wertpapierkennnummer wiederfinden und sollten sie daher kennen!
Man sollte
sich von den vielen Kennzahlen nicht abschrecken lassen, denn die
wirklich wichtigen Begriffe sind absolut überschaubar. Wenn
Sie diese wenigen Grundbegriffe kennen, werden Ihnen die
weiteren Feinheiten keine Probleme mehr bereiten.
Kennzahlen:
Art des Optionsscheins:
Unter Art des Optionsscheins wird angegeben, ob es sich
um einen Kauf- (Call) oder einen Verkaufs- (Put) Optionsschein handelt.
Basiswert:
Unter dem Basiswert versteht man den Gegenstand, der einem Optionsschein
zugrunde liegt. Der Basiswert kann beispielsweise eine
Aktie, eine Währung oder ein Index sein. In unserer Grafik
liegen den Optionsscheinen die Aktien von Siemens und BASF zugrunde.
Es handelt sich somit um Aktienoptionsscheine. Die Entwicklung des
Optionsscheinkurses ist damit unmittelbar von der Kursentwicklung
der jeweiligen Aktie abhängig. Der Basiswert wird auch
Basisobjekt oder Underlying
genannt.
Laufzeit/Verfallstermin:
Im Vergleich zu einer Aktie ist ein Optionsschein immer
in seiner Gültigkeitsdauer begrenzt. Bei Auflage jedes
Optionsscheins wird die Laufzeit festgelegt. Bis zu diesem Datum
kann der Optionsschein gehandelt werden, danach verfällt er
wertlos, sofern Sie von Ihrem Ausübungsrecht keinen Gebrauch
machen. Die vorliegenden Optionsscheine können also bis zum
17. Dezember 2002 bzw. 13. Dezember 2002 gehandelt werden.
Wichtig ist hier noch die Unterscheidung zwischen Optionsscheinen
europäischen und amerikanischen Typs. Bei Optionsscheinen europäischen
Typs können Sie Ihr Recht nur am Ende der Laufzeit ausüben.
Bei Optionsscheinen amerikanischen Typs ist dies an jedem Bankarbeitstag
während der gesamten Laufzeit möglich.
Bezugsverhältnis:
Meist sind mehrere Optionsscheine zum Kauf bzw. Verkauf
eines Basiswertes nötig. Aufschluss hierüber gibt das
Bezugsverhältnis. Das Bezugsverhältnis gibt an, wieviele
Optionsscheine bei Ausübung des Optionsrechtes zum Bezug genau
eines Stückes des Basiswertes benötigt werden. In unseren
Fällen liegt das Bezugsverhältnis bei 10:1,
d.h. Sie müssten also im Besitz von 10 Optionsscheinen sein,
um eine entsprechende Aktie kaufen zu können.
Aber Vorsicht: Manchmal wird bei der Angabe des Bezugsverhältnisses
nicht die Anzahl der Optionsscheine pro Einheit des Basiswertes
angegeben, sondern genau das umgekehrte Verhältnis.
Dann zeigt das Bezugsverhältnis, wie viele Einheiten des Basiswertes
man mit genau einem Optionsschein kaufen oder verkaufen kann. Ein
so verstandenes Bezugsverhältnis würde in unserem Beispiel
bei 0,1 (1:10) ergeben. Eine entsprechende Legende gibt jeweils
Aufschluss darüber, welches Bezugsverhältnis gerade angegeben
wird. Mit einwenig Übung sollte die Reihenfolge des
Bezugsverhältnisses kein Problem mehr sein und bei einem
Blick werden Sie erkennen, wieviele Optionsscheine genau einer Einheit
des Basiswertes entsprechen.
Basispreis:
Der Basispreis ist der festgelegte Preis, zu dem
der jeweilige Basiswert gekauft bzw. verkauft werden kann.
In unserem Beispiel berechtigen die Optionsscheine den Inhaber,
Aktien von Siemens zu genau 45 Euro zu kaufen bzw. Aktien von BASF
zu 40 Euro zu verkaufen - völlig unabhängig davon, wie
hoch der Kurs der Aktie selbst notiert. Der Basispreis - auch
Ausübungs-, Bezugspreis oder Strike
genannt und ändert sich ebenso während der gesamten
Laufzeit des Optionsscheins nicht.
Kurs
des Basiswertes:
Hier
wird der aktuelle Kurs des Basiswertes angegeben. Dieser steht entweder
im n-tv Videotext, im Kursteil einer Börsenzeitung oder Wirtschaftszeitung.
Über das Internet sind auch realtime Kursabfragen möglich.
Im Gegensatz zum Basispreis kann sich somit der Kurs des Basiswertes
mehrfach börsentäglich ändern.
Optionsscheinkurs:
Zuletzt wird der Kurs des Optionsscheins angegeben. Genau wie der
Basiswert kann sich dieser börsentäglich ändern,
wobei die prozentualen Kursschwankungen wesentlich stärker
als beim zugrundeliegenden Basiswert sein können. Welche Faktoren
den Optionsscheinkurs in welchem Maße selbst alles beeinflussen
lesen sie bitte in den nächsten Kapiteln!
Nachdem nun
die wichtigsten Grundbegriffe geklärt sind, wollen wir die
genaue Funktionsweise eines Kauf- und Verkaufsoptionsscheins einmal
näher betrachten.
...
...bitte
hier weiter lesen (Call-Optionsschein)