7.
Irrtum: Optisch billige OS sind günstiger!?
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Unser spezieller Linktipp von Heute für Sie |
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Wenn
man als Neuling einen Schein sieht, der nur wenige cent kostet, dann
denkt man sich oft: "Toll, wenn der nur auf einen Euro steigt,
mache ich ja 2000% Gewinn!" Aber überlegen Sie sich doch
erst einmal, warum der Schein so billig ist! Nur weil die meisten
Optionsscheine im Bereich zwischen einem halben Euro und 10 Euro stehen,
heißt das doch nicht, daß dieser Schein solche Kurse bestimmt
auch einmal erreicht! Könnte es sein, daß der Schein leicht
aus dem Geld und die Restlaufzeit extrem kurz ist? Könnte es
sein, daß trotz längerer Restlaufzeit der Basispreis des
Scheins hoffnungslos weit vom aktuellen Kurs entfernt ist? In beiden
Fällen ist die Wahrscheinlichkeit, daß der Optionsschein
am Laufzeitende einen inneren Wert hat, sehr gering, und deshalb besitzt
der schein auch einen so niedrigen nominalen Wert - eben weil er
praktisch nichts wert ist! Auch ein Anstieg des Basiswerts um
ein paar Prozent ändert daran meist nichts, deshalb rührt
sich der Optionsscheinkurs auch trotz Veränderungen beim Basiswert
oft nicht vom Fleck.
"Der ist so billig, tiefer kann der eigentlich gar nicht mehr
fallen..." Haben Sie sich das nicht auch schon mal gedacht bei
einem Schein, der nur wenige cent kostet? Das ist natürlich Unsinn.
Jeder
Optionsscheinkurs kann den Wert null annehmen,
...auch wenn der Emittent ihn meist zu EUR 0,01, oft aber auch nur
für EUR 0,001 zurückkauft. Wenn Sie einen Totalverlust erleiden,
so ist es egal, ob Sie den Schein bei EUR 5,00 oder EUR 0,05 gekauft
haben. Sie verlieren in jedem Fall 100% ihres eingesetzten Kapitals!
7.
Gebot: Finger
weg von Warrants unter 10 Cents, denn 100 Prozent Verlust sind 100
Prozent Verlust!
8.
Irrtum: Der Spread ist Nebensache!?
Ein weiteres Problem wird oft übersehen: Bei
einem solchen Schein finden in der Regel kaum Börsenumsätze
statt, Sie kaufen also zum Briefkurs des Emittenten. Steht ein Schein
bei EUR 0,01Geld/0,03Brief, dann kaufen Sie den Schein nicht für
EUR 0,01, sondern für EUR 0,03. Das heißt, der Optionsschein-Geldkurs
muß erst einmal um 200 Prozent steigen, damit sie verlustfrei
zum neuen Geldkurs verkaufen können! Und 200 Prozent sind selbst
bei hoher Hebelwirkung (die bei solchen Scheinen ohnehin in der Regel
nicht greift) ziemlich viel.
Und
noch eine Falle droht bei solchen "penny-warrants"
Überlegen
Sie sich einmal, wieviel Geld Sie investieren wollen. 1.000 Euro?
2.000 Euro? Und nun rechnen Sie sich aus, welche Stückzahl des
Optionsscheins Sie dafür bekommen. Die angegebenen Emittentenkurse
des Optionsscheins gelten aber nur für eine bestimmte Höchststückzahl,
meist etwa 5.000 bis 10.000, manchmal auch nur 1.000 Stück. Bei
höheren Stückzahlen wird meist der Spread, also die Differenz
zwischen Geld- und Briefkurs, massiv ausgeweitet, so daß die
Kurssteigerung des Scheins noch um ein Vielfaches größer
sein muß, um verlustfrei verkaufen zu können! Stellen Sie
sich vor, der neue Kurs des Scheins ist nicht mehr EUR 0,01Geld/0,03Brief,
sondern EUR 0,01Geld/0,06Brief! Der Emittent macht dies nicht aus
bösem Willen, sondern weil er die offene Position ja auch absichern
muß. Wenn Sie 100.000 oder 500.000 Stück von einem Call-Schein
kaufen, muß der Emittent, wenn er sich absichern will, eine
exorbitant hohe Menge des Basiswerts an der Börse kaufen, und
das kann im Extremfall selbst bei liquiden Aktien schwierig werden,
da er durch seine Nachfrage den Kurs der Aktie selbst in die Höhe
treibt. Daher ist er gezwungen, den Spread auszuweiten.
Die genannten Fehler zum Thema "Optisch billige Scheine"
lassen sich durch die Beachtung einer sehr einfachen Grundregel
vermeiden, die generelle Gültigkeit hat und die Sie sich zu eigen
machen sollten: Kaufen Sie keine Scheine mit einem Delta von weniger
als 0,3. Das Delta kann, wie auch in Teil 8 angesprochen, in gewissen
Grenzen als "Ausübungswahrscheinlichkeit" interpretiert
werden. Liegt diese bei weniger als 30%, reagiert der Optionsschein
oft nicht mehr oder sehr unberechenbar auf Änderungen des Basiswerts.
Änderungen der impliziten Volatilität haben starke, aber
eben nicht vorhersehbare Kurssprünge nach oben wie nach unten
zur Folge.
8.
Gebot: Großen Spread
zwischen Kauf- und Verkaufkurs bei vielen Scheinen erkennen und Delta
unter 0,3 meiden!