5.
Irrtum: OS auf hochvolatile Hightechs
bringen noch mehr Gewinn!?
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Unser spezieller Linktipp von Heute für Sie |
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Viele
Anleger versuchen, die ohnehin schon gewaltigen Kurssprünge bei
Hightech- oder andere Nebenwerten noch mit der steigernden Hebelwirkung
von Call- oder auch Put-Optionsscheinen auszunutzen.
Hierzu kann man nur folgenden Rat geben: Schauen Sie sich implizite
Volatilität, Aufgeld und Omega des Scheins genau an. Mit einem
jährlichen Aufgeld von mehr als 40 Prozent gehen Sie ein sehr
hohes Risiko ein, das sollte wenigstens mit einer halbwegs akzeptablen
effektiven Hebelwirkung belohnt werden. Ein Call-Schein mit einem
Omega von 1,4 steigt um 1,4 Prozent, wenn die Aktie um ein Prozent
steigt. Schon etwas mager, finden Sie nicht? Dazu erleiden Sie jedoch
auch noch den permanenten Zeitwertverlust des Optionsscheins. Weiterhin
besteht - neben der Tatsache, daß Ihre Erwartung gegenüber
dem Basiswert falsch sein kann! - das Risiko, daß die Volatilität
des Basiswerts abnimmt, der Emittent die implizite Volatilität
zurückschraubt und ihr Schein dadurch möglicherweise stark
an Wert verliert.
Ist es da nicht vielleicht klüger, den Basiswert selbst zu
handeln? Spätestens ab einem Omega von deutlich weniger
als 2 sollten Sie sich diese Frage stellen. Eine implizite Volatilität
von mehr als 100 Prozent stellt hierbei ein noch höheres Risiko
dar. Beruhigt sich der Basiswert und die Volatilität fällt
auf 70 oder 80 Prozent, müssen Sie einen starken Kursrückgang
des Optionsscheins hinnehmen. Das Problem bei Scheinen auf kleinere
Hightech-Aktien oder auch andere Nebenwerte sind meist die Basiswerte
selbst: Sie schwanken so stark, daß der Emittent Probleme hat,
permanent seine Positionen abzusichern. Hinzu kommt das Problem, daß
bei kleineren Werten häufig wenig Liquidität vorhanden,
der Handel an der Börse also nicht ganz einfach ist und schon
kleinere Orders den Kurs beeinflussen können. Daher muß
der Emittent diese Scheine teurer, also mit höherer impliziter
Volatilität (evtl. auch größerem Spread), verkaufen.
Dies schmälert das Verhältnis Aktienkurs/Optionsscheinkurs
und damit auch Hebel und Omega.
Puts auf kleine High-Tech- und manche Nebenwerte sind oftmals gar
nicht vorhanden, und wenn doch, dann sind die Kennzahlen meist derart
haarsträubend, daß man schlicht die Finger davon lassen
sollte. Finden Sie sich damit ab, daß Sie an fallenden Kursen
bei solchen Aktien leider nichts verdienen können. Wir wollen
nicht generell von Optionsscheinen auf die betreffenden Aktien abraten.
Halten Sie sich daher vor allem an größere Werte wie beispielsweise
Nokia, SAP, Microsoft, IBM, DaimlerChrysler oder Intel. Aber fragen
Sie sich stets, ob die Hebelwirkung das Risiko, das im Aufgeld bzw.
der impliziten Volatilität steckt, rechtfertigt. Für Anleger
die es nicht lassen können hochgepreiste Scheine zu kaufen haben
wir im ausführlichen
Teil der Einsteiger-Serie noch einige Tipps
5.
Gebot: Volatilität ist
zu Hoch im Vergleich zum Omega, daher Aufträge limitieren, oder
direkt die Aktien selbst handeln.
6.
Irrtum: OS auf Neuemissionen sind
am Emissionstag am billigsten!?
Einige Emittenten bieten bereits vor dem Börsenstart
Optionsscheine auf Neuemissionen an. Von solchen Scheinen können
wir insgesamt nur dringend abraten! Erstens kann sich der Emittent
praktisch nicht gegen Kursrisiken absichern, da die neue Aktie eben
noch nicht oder nur begrenzt außerbörslich gehandelt wird.
Das ist der erste Faktor, der die Scheine meist exorbitant teuer macht.
Zum zweiten steht ja noch gar kein fester Kurs für die Aktie
fest! Die Graumarktkurse haben sich allzu häufig als nur sehr
ungenauer Anhaltspunkt erwiesen. Welchen Kurs soll man also als Kurs
des Basiswerts zugrundelegen? Da der Emittent natürlich keinesfalls
Verluste erleiden will, setzt er bei einem Call den Kurs, mit dem
er kalkuliert, im Zweifelsfall lieber etwas höher an, was den
Optionsschein zusätzlich verteuert. Und drittens: Es liegen noch
keine Daten zur Volatilität vor! Auch hier kalkuliert der
Emittent - zu Recht - vorsichtig und setzt erstmal eine
recht hohe implizite Volatilität an. Alle drei Faktoren
zusammen machen die Scheine höchst riskant. Warten Sie einfach,
bis die Aktie eine Weile an der Börse gehandelt wurde, dann stehen
auch die Parameter für das Optionspreismodell fest und die implizite
Volatilität kann besser geschätzt werden.
6 .
Gebot: OS auf IPO-Aktien sind meist sehr hoch
gepreist, da die Volatilität noch nicht bekannt ist!