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Optionsscheine-Crashkurs: Gebote 5 und 6

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mit Gebot 3 und 4
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mit Gebot 7 und 8

5. Irrtum: OS auf hochvolatile Hightechs bringen noch mehr Gewinn!?

Unser spezieller Linktipp von Heute für Sie

Viele Anleger versuchen, die ohnehin schon gewaltigen Kurssprünge bei Hightech- oder andere Nebenwerten noch mit der steigernden Hebelwirkung von Call- oder auch Put-Optionsscheinen auszunutzen.
Hierzu kann man nur folgenden Rat geben: Schauen Sie sich implizite Volatilität, Aufgeld und Omega des Scheins genau an. Mit einem jährlichen Aufgeld von mehr als 40 Prozent gehen Sie ein sehr hohes Risiko ein, das sollte wenigstens mit einer halbwegs akzeptablen effektiven Hebelwirkung belohnt werden. Ein Call-Schein mit einem Omega von 1,4 steigt um 1,4 Prozent, wenn die Aktie um ein Prozent steigt. Schon etwas mager, finden Sie nicht? Dazu erleiden Sie jedoch auch noch den permanenten Zeitwertverlust des Optionsscheins. Weiterhin besteht - neben der Tatsache, daß Ihre Erwartung gegenüber dem Basiswert falsch sein kann! - das Risiko, daß die Volatilität des Basiswerts abnimmt, der Emittent die implizite Volatilität zurückschraubt und ihr Schein dadurch möglicherweise stark an Wert verliert.
Ist es da nicht vielleicht klüger, den Basiswert selbst zu handeln? Spätestens ab einem Omega von deutlich weniger als 2 sollten Sie sich diese Frage stellen. Eine implizite Volatilität von mehr als 100 Prozent stellt hierbei ein noch höheres Risiko dar. Beruhigt sich der Basiswert und die Volatilität fällt auf 70 oder 80 Prozent, müssen Sie einen starken Kursrückgang des Optionsscheins hinnehmen. Das Problem bei Scheinen auf kleinere Hightech-Aktien oder auch andere Nebenwerte sind meist die Basiswerte selbst: Sie schwanken so stark, daß der Emittent Probleme hat, permanent seine Positionen abzusichern. Hinzu kommt das Problem, daß bei kleineren Werten häufig wenig Liquidität vorhanden, der Handel an der Börse also nicht ganz einfach ist und schon kleinere Orders den Kurs beeinflussen können. Daher muß der Emittent diese Scheine teurer, also mit höherer impliziter Volatilität (evtl. auch größerem Spread), verkaufen. Dies schmälert das Verhältnis Aktienkurs/Optionsscheinkurs und damit auch Hebel und Omega.
Puts auf kleine High-Tech- und manche Nebenwerte sind oftmals gar nicht vorhanden, und wenn doch, dann sind die Kennzahlen meist derart haarsträubend, daß man schlicht die Finger davon lassen sollte. Finden Sie sich damit ab, daß Sie an fallenden Kursen bei solchen Aktien leider nichts verdienen können. Wir wollen nicht generell von Optionsscheinen auf die betreffenden Aktien abraten.
Halten Sie sich daher vor allem an größere Werte wie beispielsweise Nokia, SAP, Microsoft, IBM, DaimlerChrysler oder Intel. Aber fragen Sie sich stets, ob die Hebelwirkung das Risiko, das im Aufgeld bzw. der impliziten Volatilität steckt, rechtfertigt. Für Anleger die es nicht lassen können hochgepreiste Scheine zu kaufen haben wir im ausführlichen Teil der Einsteiger-Serie noch einige Tipps


5. Gebot: Volatilität ist zu Hoch im Vergleich zum Omega, daher Aufträge limitieren, oder direkt die Aktien selbst handeln.


6. Irrtum: OS auf Neuemissionen sind am Emissionstag am billigsten!?
Einige Emittenten bieten bereits vor dem Börsenstart Optionsscheine auf Neuemissionen an. Von solchen Scheinen können wir insgesamt nur dringend abraten! Erstens kann sich der Emittent praktisch nicht gegen Kursrisiken absichern, da die neue Aktie eben noch nicht oder nur begrenzt außerbörslich gehandelt wird. Das ist der erste Faktor, der die Scheine meist exorbitant teuer macht. Zum zweiten steht ja noch gar kein fester Kurs für die Aktie fest! Die Graumarktkurse haben sich allzu häufig als nur sehr ungenauer Anhaltspunkt erwiesen. Welchen Kurs soll man also als Kurs des Basiswerts zugrundelegen? Da der Emittent natürlich keinesfalls Verluste erleiden will, setzt er bei einem Call den Kurs, mit dem er kalkuliert, im Zweifelsfall lieber etwas höher an, was den Optionsschein zusätzlich verteuert. Und drittens: Es liegen noch keine Daten zur Volatilität vor! Auch hier kalkuliert der Emittent - zu Recht - vorsichtig und setzt erstmal eine recht hohe implizite Volatilität an. Alle drei Faktoren zusammen machen die Scheine höchst riskant. Warten Sie einfach, bis die Aktie eine Weile an der Börse gehandelt wurde, dann stehen auch die Parameter für das Optionspreismodell fest und die implizite Volatilität kann besser geschätzt werden.

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. Gebot: OS auf IPO-Aktien sind meist sehr hoch gepreist, da die Volatilität noch nicht bekannt ist!

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