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Inflation, Disinflation und Deflation
- was bedeuten diese Begriffe für den Anleger?

A) Inflation:

Es werden verschiedene Arten von Inflation unterschieden:

1. Geldmengeninflation - Die Quantitätsinflation
2. Nachfrageinflation
3. Angebotsinflation

1.Geldmengeninflation - Die Quantitätsinflation
Eine Erhöhung der Geldmenge bei gleichbleibendem Warenangebot wird für einen Anstieg der Inflation verantwortlich gemacht. Eine für die Wirtschaft wichtige Ursache liegt in dem durch Handelsbilanzüberschüsse bedingten Währungsimport. Mehr Waren werden exportiert als importiert - Devisen fließen in das Land und werden in Landeswährung getauscht. Dieser Kapitalfluss in das Land erhöht die Geldmenge und sorgt unter Umständen für Inflation.
Mangel der Theorie:
- Eine Erhöhung der Geldmenge muss nicht zwingend zu einem Anstieg der Inflation führen, da sich die Umlaufgeschwindigkeit des Kapitals verlangsamen kann.
Dieser Mangel wird durch die Neoquantitätstheorie von Milton Friedmann ausgeglichen.

2. Nachfrageinflation
Diese kann erstens durch eine erhöhte interne Landesnachfrage ausgelöst werden:

- Konsumnachfrageinflation:
Eine erhöhte Nachfrage bei gleichbleibendem Angebot führt zu steigenden Preisen.

- Investitionsgüternachfrageinflation:
Die Konsumgüterindustrie erhöht als Folge einer steigenden Nachfrage die Investitionen in neue Kapazitäten, um die Nachfrage zu bedienen. Hierdurch entsteht wiederum eine erhöhte Nachfrage nach Investitionsgütern, die dann ebenfalls im Preis steigen.

- Staatsnachfrageinflation:
Durch steigende Nachfrage des Staates an Gütern kann ebenfalls ein Prozess der Inflation in Gang gesetzt werden.

3. Angebotsinflation
Unternehmen erhöhen zum Wahren ihrer Gewinnmargen die Preise ihrer Produkte. Dies geschieht zum Beispiel bei steigenden Produktionskosten/ Lohnstückkosten. Diese Spirale setzt sich dann in steigenden Gehaltsforderungen fort und kann wieder zur Preisanhebung führen.

Auswirkungen von inflationären Tendenzen auf ihr Geld:
Für die gleiche Menge Waren des täglichen Lebens muss mehr und mehr Geld ausgegeben werden, das Geld verliert an Wert. Ersparnisse auf der Bank bzw. alle anderen Cashpositionen werden effektiv an Wert abnehmen. Bei einer Zinserhöhung zur Bekämpfung der Inflation werden ebenfalls die Hypothekenzinsen steigen.

Strategie für ein solches Szenario:
In früheren Zeiten waren Immobilien also Grundbesitz und Gold als Krisenmetall zu favorisieren.
Neuerdings ist diese Gleichung nicht unbedingt als beste Strategie zu sehen, sollte aber als Absicherungsfundament genommen werden. Sofern die Inflation nur lokal auszumachen ist, kann mit ausländischen Rentenpapieren gearbeitet werden, die nicht von der Inflation betroffen sind.

B) Disinflation:

Von Disinflation kann gesprochen werden, wenn die Inflationsrate kontinuierlich sinkt.
Für Waren und Güter muss zwar jedes Jahr etwas mehr gezahlt werden, wobei die Rate der Teuerung immer niedriger wird. Dies ist z.B. seit den 80er Jahren in Deutschland der Fall.

Auswirkungen von disinflationären Tendenzen auf ihr Geld:

Für Sparguthaben werden die Zinsen kontinuierlich sinken, Hypothekenzinsen fallen ebenso. Die Aktienmärkte tendieren freundlich und erreichen neue Höchststände.

Strategie für ein solches Szenario:

Dieses Szenario gilt als Traum der Börsianer, weil alle alternativen Anlageformen zur Aktie mit immer weiter sinkenden Zinsen zu rechnen haben.
Die Aktie stellt die einzige lukrative Möglichkeit der Geldanlage in diesem Fall dar und sollte favorisiert werden. Bei Hypothekenzinsen muss auf eine variable Zinsstruktur geachtet werden, um von den sinken Zinsen zu profitieren.

C) Deflation:

Deflation bedeutet, dass Waren und Dienstleistungen absolut gesehen von Jahr zu Jahr billiger werden, also im Preis sinken.

Auswirkungen von deflationären Tendenzen auf ihr Geld:

Die Konjunktur wird sich erheblich verlangsamen und vielleicht auch negativ wachsen.

Strategie für ein solches Szenario:

Bargeld lacht nicht nur im Sprichwort, sondern auch in der Deflation. Mit der gleichen Menge an Geld kann eine zunehmende Anzahl an Warenmenge gekauft werden. Bei Aktien nur auf gesunde Blue-Chips setzen, die durch die Deflation nicht so stark getroffen werden.

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