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Exotische Optionsscheine

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Gruppe 1 ) Die Korridor-Optionsscheine (Teil B)

K.O.-Range-Warrants
Interessantes Angebot

K.O.-Range-Warrants werden zur Zeit auch unter der Bezeichnung EKO-Warrants angeboten. Das typische Merkmal für einen K.O.-Range-Warrant ist der festgelegte Betrag, der genau dann zur Auszahlung gelangt, wenn das Underlying während der gesamten Laufzeit innerhalb der Range notiert. Wird der Korridor allerdings auch nur an einem einzigen Tag verlassen, so verfällt der Optionsschein wertlos. Der Fachmann spricht vom "Ausknocken". K.O.-Range-Scheine besitzen ein deutlich höheres Risikopotential als Single- oder Dual-Warrants. Als Ausgleich verfügen die meisten Scheine dieser Kategorie allerdings über eine relativ breite Range. Der Anleger ist mit derlei Warrants daher ebenfalls gut beraten, wenn er von einem unbeweglichen Markt profitieren möchte. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass schon eine einzige starke Kursbewegung des Underlying über die Rangegrenzen hinaus ausreicht, um den Optionsschein wertlos verfallen zu lassen. Potentiellen Anlegern sollte zudem bewusst sein, dass der Emittent nicht etwa auf nur einmal täglich festgestellte Mittelkurse zurückgreift. Stattdessen wird jeder Kurs, der im Laufe eines Tages zustande kommt, von der Bank berücksichtigt. Damit steigt für den Inhaber grundsätzlich die Gefahr, dass sein Warrant durch einen einzigen "Ausreißerkurs" wertlos verfällt.

Simplex- oder Digital-Range-Warrants

Wie schon der Name vermuten lässt, sind diese Exoten sehr einfach (simpel) konstruiert. Es kommt zur Auszahlung eines festgelegten Geldbetrages, wenn der Kurs des Basiswertes am Verfalltag innerhalb des bestimmten Korridors liegt. Die Kursentwicklung des Underlying zwischen Emissionszeitpunkt des Warrant und Laufzeitende hat hingegen keinerlei Einfluss auf den Wert des Scheins am Verfalltag. Selbst wenn der Underlyingkurs erst am letzten Tag aus der Range fällt, verfällt der Optionsschein völlig wertlos. Es gibt also nur Hopp oder Topp: Entweder es kommt zur vollen Auszahlung oder zum Totalverlust (daher die Bezeichnung "Di-gital").
Simplex- oder Digital-Range-Warrants eignen sich für eine Spekulationsstrategie, die auf stabile Kurse abzielt. Für derartige Optionsscheine spricht ihr einfaches Konstruktionsprinzip, das auch von verhältnismäßig unerfahrenen Anlegern leicht nachvollzogen werden kann. Potentiellen Investoren sei aber geraten, vor dem Erwerb die Simplex-Prämie mit dem Preis für andere Range-Warrants zu vergleichen. Eine direkte Gegenüberstellung ist zwar wenig sinnvoll, dennoch gewinnt der Anleger ein Gefühl für die Vorteilhaftigkeit einzelner Scheine. So ist etwa ein Digital-Range-Warrant deutlich weniger riskant, als ein K.O.-Range-Warrant mit gleichem Korridor und gleicher Laufzeit.
Da beim Digital-Schein nur der Kurs am Ausübungstag zählt, ein Verlassen der Range während der Laufzeit für einen Totalverlust also noch nicht ausreicht, ist für diesen Optionsschein auch eine höhere Prämie gerechtfertigt. Ein Single-Warrant ist hingegen deutlich weniger spekulativ, da er während der Laufzeit schrittweise an inneren Wert gewinnt und diesen auch nicht wieder verlieren kann. Für die zusätzliche Sicherheit muss der Anleger ein geringeres Gewinnpotential in Kauf nehmen als bei einem vergleichbaren Digital-Range-Warrant.

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