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Gruppe
1 ) Die Korridor-Optionsscheine (Teil A)
Korridor-Optionsscheine,
die im übrigen auch unter der Bezeichnung Range-Warrants kursieren,
stellen den größten Anteil aller exotischen Optionsscheine dar. Sie
eröffnen dem Anleger die Möglichkeit, von seitwärtsgerichteten Kursen
zu profitieren. Um dies zu gewährleisten, verfügen Range-Warrants
nicht mehr über einen Strike (Basispreis) wie etwa Plain-Vanilla-Scheine.
Sie besitzen vielmehr sowohl eine Kursunter- als auch eine Kursobergrenze,
kurz einen Korridor. Die Entwicklung des Warrantwertes hängt nun davon
ab, inwieweit der Kurs des jeweiligen Underlying innerhalb dieser
Range verharrt. Wie der Wert des Optionsscheins von einem Verbleiben
innerhalb des Korridors beeinflusst wird, hängt letztlich von der
Ausgestaltung des jeweiligen Warrant im Einzelfall ab. Sämtliche Korridor-Warrants
lassen sich generell in zwei Sparten aufteilen.
Während die sogenannten ansammelnden Range-Warrants ihren Wert
über die Laufzeit hinweg erst noch aufbauen müssen, also quasi ansammeln,
steht bei den zur zweiten Gruppe gehörenden
Range-Warrants mit fester Rückzahlung die Höhe des potentiellen Rückzahlungsbetrages
bereits von vornherein fest.
Single/Dual-Range-Warrants
Diese
zur Gruppe der ansammelnden Range-Warrants
gehörenden Produkte werden zur Zeit vor allem unter den Namen E.A.R.N
(Expected to Accrue Return on Nominal)
oder "Hamster" (Hoffen auf Marktstabilität
in einer engen Range) angeboten.
Bei Single-Range-Warrants handelt es sich um zumeist um europäische
Optionen. Dem Inhaber wird am Ende der Laufzeit der angesammelte
innere Wert ausgeschüttet. Notiert der Warrant jedoch zeitweise
außerhalb der Range, so führt dies
naturgemäß zu einer geringeren Ausschüttung.
Üblicherweise leistet der Emittent die Ausgleichszahlung am Laufzeitende
- vorausgesetzt der Schein verfügt dann in der Tat über einen inneren
Wert. Allerdings existieren Ausnahmen, so etwa die von Trinkhaus
& Burk-hardt stammenden sogenannten ART-Warrants, wobei ART für
"Accruing in a Range relative to Time" steht.
Diese Scheine beziehen sich auf den Drei-Monats-DM-LIBOR. An jedem
Tag, an dem der Referenzzinssatz innerhalb einer bestimmten Spanne
liegt, verbucht der Inhaber eine Gutschrift. Im Gegensatz zu anderen
Range-Warrants erfolgt die Auszahlung der aufgelaufenen Beträge
nicht am Ende der Laufzeit, sondern zwischenzeit-lich, z.B. jedes
Vierteljahr. Der
Kauf von Single-Range-Warrants bietet sich insbesondere für diejenigen
Investoren an, die zukünftig aus-schließlich mit relativ geringen
Kursschwankungen rechnen. Trifft die Erwartung ein, und der Schein
notiert während der gesamten Laufzeit innerhalb der erhofften Range,
so können erkleckliche Gewinne anfallen. Darüber hinaus gelten Single-Range-Warrants
aufgrund der inzwischen erreichten Angebotsvielfalt im Vergleich
zu anderen exotischen Optionsscheinen als fair bewertet. Nichtsdestotrotz
bergen gerade neu emittierte Scheine, die noch keinen inneren Wert
ansammeln konnten, erhebliche Risiken. Eine ungünstige Kursentwicklung
kann auch bei einer relativ breiten Range schnell dazu führen, dass
der Kurs des Underlying plötzlich deutlich außerhalb des Korridors
liegt.
Dual-Range-Warrants sind ähnlich wie Single-Range-Scheine
aufgebaut. Es handelt sich fast ausnahmslos um europäische Optionen.
Ihr innerer Wert erhöht sich ebenfalls an jedem Tag, an dem der
Underlyingkurs im Korri-dor verweilt, um einen fixen Betrag. Im
Gegensatz zu Single-Range-Warrants wird bei einer Notierung außerhalb
der Spanne der innere Wert um den gleichen Betrag gekürzt! Die Konsequenzen
bei einem Verlassen der Band-breite sind also erheblicher. Im Extremfall
hat der Warrant am Verfallstag überhaupt keinen Wert mehr. Dies
trifft genau dann zu, wenn der Kurs an wenigstens 166 Tagen außerhalb
der Range notiert. Da der Abzugsbetrag in diesem Fall überwiegt,
müsste eigentlich der Inhaber Zahlungen an den Emittenten leisten,
was in den Emissi-onsbedingungen allerdings explizit ausgeschlossen
wird.
Dual-Range-Warrants können, genau wie Single-Scheine, bei der Erwartung
einer stagnierenden Marktentwick-lung eingesetzt werden. Aufgrund
des vergleichsweise großen Angebots kann man davon ausgehen, dass
die Emittenten relativ faire Preise stellen. Der
Vorteil gegenüber Single-Range-Warrants liegt einzig in den niedrigeren
Warrantkursen zu Beginn der Laufzeit, welche grundsätzlich ein höheres
Gewinn- und Verlustpotential ver-sprechen. So kann eine ungünstige
Marktentwicklung, verglichen mit einem Single-Range-Schein, schnell
zu deutlichen Ertragseinbußen oder gar zum Totalverlust führen.
...bitte
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