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Exotische Optionsscheine

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Einleitung

Der Begriff "Exotisch" gilt nicht als Bezeichnung für Optionsscheine aus fernen Ländern, wie der Leser vielleicht vermuten könnte. Vielmehr beschreibt er Warrants, deren Konstruktionsmerkmale sich bisweilen deutlich von den herkömmlichen Standardprodukten (sog. Plain-Vanilla-Warrants) abheben, was allerdings nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass "Exoten" komplizierter geschneidert sind. Während einfache Calls und Puts dem Anleger lediglich ermöglichen, an einseitig gerichteten Bewegungen des Underlying zu partizipieren, helfen exotische Konstruktionen, komplexe Markterwartungen effizient in eine geeignete Strategie umzusetzen, um so beispiels-weise auch von stagnierenden oder stark schwankenden Kursen eines Underlying zu profitieren. Zudem bieten viele exotische Optionsscheine in Abhängigkeit von Ihren einzelnen Konstruktionselementen und Ausstattungsmerkmalen oftmals ein attraktives Chance-Risiko-Profil. Der Hauptgrund für die Inflation exotischer Finanzprodukte, gerade in den letzten Jahren liegt wohl in der großen Konkurrenz bei den Standardscheinen begründet. Da der Anleger dort im Regelfall zwischen mehreren Emittenten wählen kann, haben sich die Gewinnspannen der Emissionshäuser in diesem Segment streckenweise drastisch verringert. Viele Anbieter suchten ihr Glück daher bei den "Exoten", wo sich in den letzten Jahren dank immer undurchschaubarer Konstruktionen noch auskömmliche Margen verdienen ließen. Denn Anleger können derlei Produkte aufgrund ihrer Einzigartigkeit kaum direkt mit Konkurrenzangeboten vergleichen. So fällt es dem Emittenten verhältnismäßig leicht, die Scheine relativ teuer an den Mann zu bringen. Obendrein wurde die Entwicklung innovativer Warrants durch die Fachpresse aufmerksam verfolgt. So nutzten vor allem kleinere Emissionshäuser die damit verbundene Publizitätswirkung, um den Bekanntheitsgrad sowohl ihrer exotischen als auch der "gewöhnlichen" Produkte zu steigern.
Inzwischen hat der Wettbewerb allerdings auf diesem Sektor gewaltig zugenommen. Daher bilden stark überteuerte Exoten mittlerweile eher die Ausnahme als die Regel. Als Folge können diese Warrants zum Teil interes-sante Spekulationsmöglichkeiten eröffnen.

Dennoch: Um den Emittenten nicht "auf den Leim" zu gehen, ist ein tiefgreifendes Verständnis, was den Aufbau und die Funktionsweise exotischer Finanzprodukte anbelangt, unerlässlich. Häufig stößt der Anleger dabei auf eine Vielzahl von Problemen. Da die Phantasie der Emittenten fast keine Grenzen kennt, entstehen ständig neue Kreationen, über die der Anleger bisweilen nur schwerlich objektive Informationen findet. Selbst der Vergleich einheitlicher Warrantkonstruktionen wird zusätzlich erschwert, da die Produktbezeichnung keinerlei Standardisierung unterworfen ist. Es ist vielmehr jedem Emittenten freigestellt, seine Warrants so zu benennen, wie es ihm beliebt.
Verständlicherweise erhöht das nicht gerade die Transparenz. Für den Laien gleicht der Markt für Exotische Scheine deshalb nicht selten einem undurchschaubaren Durcheinander. Um ein wenig Ordnung in das "Wirrwarr" zu bringen, sind die bekanntesten exotischen Warrants im Folgenden zunächst in einzelne Gruppen eingeordnet und beschrieben worden.

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