Faszination Devisenhandel
Gewinnen Sie mit den Schwankungen am Devisenmarkt
Teil I / Teil
II / Teil III
Die Geschäftsarten
im Devisenhandel
1.1 Kassageschäfte
Es gibt verschiedene Geschäftsarten im
Devisenhandel, wobei der Zeitpunkt der Erfüllung der Lieferverpflichtungen
darüber entscheidet, um welche Geschäftsart es sich
handelt.
Generell können folgende Geschäftsarten unterschieden
werden: Kassa-, Termin- und Swapgeschäft sowie Futures. Die
Basistransaktion des Devisenhandels ist das Kassageschäft,
welches auch Spotgeschäft genannt wird.
Die beiderseitige Kontrakterfüllung (Valutierung) erfolgt
beim Kassageschäft in der Regel zwei Arbeitstage nach Abschluss
einer Transaktion.
Damit wurde früher sichergestellt, dass in der Zeit zwischen
Abschluss und Erfüllung die administrativen Belange des Geschäftes
ausgeführt werden konnten. Dieser Aspekt hat heute an Bedeutung
verloren, doch hat man die traditionelle Valutierungsregelung
beibehalten. Stellt ein Händler einen Kurs, z.B. EUR/USD 1,1531/1,1536, und zu diesem Kurs kommt kein Geschäft zustande,
dann wird dieser Kurs von den Marktteilnehmern offensichtlich
als marktgerecht betrachtet.
Denn: Wäre das nicht der Fall – würden die anderen Devisenhändler
also annehmen, der Kurs müsste höher oder niedriger
liegen – dann würden sie zu den angebotenen Kursen kaufen
oder verkaufen. Kommt zu einem bestimmten Kurs kein Geschäft
zustande, dann sprechen die Händler daher von “pari” oder
“Parität”.
1.2 Zinsdifferenz und Swap Satz
Grundlage für die Berechnung des Kurses eines Devisentermingeschäftes
ist der aktuelle Kassakurs. Aufgrund der in der Zukunft liegenden
Fälligkeit (Laufzeit) eines Devisentermingeschäftes
beeinflusst auch die Differenz zwischen den Zinssätzen der
beteiligten Währungen den Terminkurs.
Diese Zinsdifferenz wird bei der Kursberechnung durch den sogenannten
Swap-Satz berücksichtigt. Der Swap-Satz quantifiziert in
diesem Fall die Zinsdifferenz zwischen zwei Währungsräumen.
Ist der Swap-Satz positiv, spricht man von einem Aufschlag, ist
er negativ, von einem Abschlag. Der Swapsatz tendiert stets dazu,
der Zinsdifferenz zwischen zwei Währungen auf einem freien
Markt, wie zum Beispiel dem Euromarkt, zu entsprechen.
Wenn etwa eine Euro-Dollar-Anlage auf zwölf Monate eine Rendite
von 6 Prozent ergibt und eine Euro-Franken-Anlage auf zwölf
Monate 2,5 Prozent, dann entspricht der Swapsatz ungefähr
der Differenz, nämlich 3,5 Prozent.
Das bedeutet, dass der Dollar einen Diskont von 3,5 Prozent gegenüber
dem Franken aufweist oder dass der Franken durch eine Prämie
von 3,5 Prozent gegenüber dem Dollar gekennzeichnet ist.
Doch warum ist dies so? Gehen wir einmal
in unserem Beispiel davon aus, dass Dollaranlagen einen Ertrag
von 6 Prozent ergeben, dass aber der Diskont des Dollars gegenüber
dem Franken nur 1 Prozent entspräche.
In diesem Fall ergebe sich daraus eine Nettorendite von 5 Prozent
für jemanden, der US-Dollar gegen Schweizer Franken per Kasse
kauft und per Termin verkauft.
Denn: Er würde in diesem Fall eine Rendite von 6 Prozent
erhalten, gemindert nur durch den Abschlag von 1 Prozent beim
Terminkurs. Kaum jemand würde unter diesen Umständen
zu 3,5 Prozent im Franken verbleiben.
Große Beträge würden in Dollars umgelagert – per
Kassa gekauft und auf Termin verkauft – was dazu führen würde,
dass der Diskont größer wird;
1.3 Die verschiedenen Arten von
Termingeschäften
Nicht zu trennen vom Termin- ist das Swapgeschäft, welches
die Kombination einer Kassatransaktion mit einer gleichzeitigen
Termintransaktion darstellt.
Um Verwechslungen der beiden Arten von Termingeschäften zu
vermeiden, benützen Händler den Ausdruck “Outright”-Transaktion,
wenn es sich um ein einfaches Termingeschäft handelt, das
nicht Teil einer Swap-Operation ist.
Bei Swap-Geschäften werden die Terminkurse nicht direkt als
solche notiert. Der professionelle Handel arbeitet lediglich mit
den in Dezimalstellen angegebenen Differenzen zwischen Kassa-
und Terminpreisen, das heizt, er arbeitet mit Auf- und Abschlägen.
Ein anderer Ausdruck für diese Differenz ist wie bereits
erläutert der “Swapsatz”. Swapsätze werden stets in
Form von Dezimalstellen der entsprechenden Währung ausgedrückt.
Der Ausdruck Outright-Terminkurs oder einfach Outright-Kurs macht
deutlich, dass man sich in diesem Fall auf den Terminpreis und
nicht auf den Swapsatz bezieht. Der Outright-Terminkurs ergibt
sich, indem man den Aufschlag zum Kassakurs hinzuzählt bzw.
den Abschlag davon abzieht.1.3.1 Futures
Ein Futures-Kontrakt ist einem Forward (Termingeschäft) ähnlich.
Folgende Unterschiede bestehen jedoch: Erstens erfordern Futures-Positionen
die Hinterlegung einer Sicherheitsmarge, die täglich verbucht
und aufrechterhalten wird. Entsteht auf dem Kontrakt ein Verlust,
wird der Betrag nach Börsenschluss dem Margenkonto belastet.
Dies bedeutet, dass die Futures bar abgegolten werden und kein
Austausch von Basis- oder Nennwerten stattfindet. Zweitens werden
sämtliche Einzelheiten des Kontrakts wie Verfalldatum, Nennwert
und Margen von der Börse und nicht von den jeweiligen Parteien
festgelegt. Schließlich gibt es Standardverfalldaten, nämlich
jeweils der dritte Mittwoch in März, Juni, September und
Dezember. Der Nennwert und somit der Wert pro Basispunkt der verschiedenen
Währungen verändert sich dabei. Am liquidesten sind
Futures-Kontrakte, die US-Dollar, Euro und Yen als börsennotierte
Währungen einbeziehen. Es gibt jedoch auch andere Cross-rate-Kontrakte,
die sehr liquide gehandelt werden.
1.3.2 Devisenoptionen
Neben Futures und Termingeschäften bieten Optionen eine weitere
Möglichkeit, eine Währung in der Zukunft zu kaufen oder
zu verkaufen. Optionen sind Verträge, die den Preis festlegen,
zu dem ein bestimmter Betrag in einer Währung an oder bis
zu einem künftigen Datum, dem Verfalldatum, gekauft werden
kann. Anders als bei Forward- und Futures-Kontrakten ist der Inhaber
einer Option jedoch nicht zur Abwicklung der Transaktion verpflichtet,
wenn er dies nicht wünscht.
Eine Option ist, wie der Name schon sagt, das Recht, nicht aber
die Pflicht, zu kaufen oder zu verkaufen. Ebenfalls im Unterschied
zu Forwards und Futures muss der Preis, zu dem die Währung
gekauft oder verkauft werden soll, nicht dem aktuellen Terminkurs
entsprechen.
Calls und Puts
Europäische Optionen können nur am Verfalldatum ausgeübt
werden, amerikanische Optionen dagegen zu jedem beliebigen Zeitpunkt
bis zum Verfalldatum. Es gibt zwei Typen von Optionen: Calls und
Puts. Der Käufer eines Calls erwirbt das Recht, jedoch nicht
die Pflicht, den Basiswert an oder bis zu einem bestimmten zukünftigen
Datum zum Ausübungspreis zu kaufen. Der Verkäufer ist
hingegen verpflichtet, den Basiswert an oder bis zu einem bestimmten
zukünftigen Datum zum Ausübungspreis zu verkaufen, falls
der Inhaber der Call-Option sein Recht ausübt. Das Gleiche
gilt vice versa im Falle von Puts.
Innerer Wert und Zeitwert
Der Käufer einer Option bezahlt eine Prämie, die hauptsächlich
von zwei Faktoren bestimmt wird: dem Kurs des Basiswerts und dem
Zeitwert. Eine In-the-money-Option weist beispielsweise einen
inneren Wert auf, weil sich die Ausübung der Option lohnt,
wenn sich der zugrunde liegende Wechselkurs bis zum Verfall der
Option nicht verändert. Allerdings ist es unwahrscheinlich,
dass Wechselkurse über lange Zeit hinweg unverändert
bleiben, so dass die Option später möglicherweise mehr
oder weniger wert ist. Insbesondere kann der Marktpreis des Basiswertes
unter dem Ausübungspreis liegen, so dass sich die Ausübung
einer Call-Option nicht lohnt.
1.4 Wie spekuliert man am Devisenmarkt?
Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten, auf Wechselkurse zu spekulieren: Entweder man kauft über seine Bank, seinen
Direkt-Broker oder direkt beim jeweiligen Emittenten Optionsscheine
oder Turbozertifikate auf den jeweiligen Wechselkurs.
Oder: Man handelt über einen spezialisierten Devisenbroker
direkt an der Forex – das ist die Bezeichnung für den internationalen
Devisenmarkt. In diesem Fall stehen einem in der Regel alle der
oben genannten Arten von Devisengeschäften offen. Alles was
man machen muss, ist ein Konto beim jeweiligen Devisenbroker zu
eröffnen, wobei natürlich Termingeschäftsfähigkeit
vorausgesetzt wird.